Schuldenfrei in 5 Jahren


Seit einer Reform des Insolvenzrechts in 2014 ist es möglich, die Restschuldbefreiung bereits 5 Jahren nach Insolvenzeröffnung zu erhalten.


Voraussetzung ist, dass innerhalb dieser 5 Jahre zumindest die Verfahrenskosten (Kosten des Insolvenzgerichts und Kosten des Insolvenzverwalters) beglichen wurden.
Die Bezifferung der Verfahrenskosten kann hierbei nicht pauschal erfolgen, da ihre Höhe insbesondere von der Höhe der Insolvenzmasse abhängt.
Ist kein pfändbares Einkommen vorhanden, wird also keine oder zumindest nur eine geringe Insolvenzmasse gebildet, belaufen sich die Kosten des Insolvenzverfahrens auf (grob geschätzt) etwa 1.500.- €. Auch wenn kein pfändbares Einkommen vorhanden ist, ist somit zu empfehlen, trotzdem geringe monatliche Zahlungen (z. B. 25.- bis 30.- €) – quasi freiwillig - in die Insolvenzmasse zu leisten, um so die Verfahrenskosten innerhalb der 5 Jahre abzudecken.
Unbedingt zu beachten ist, dass die vorzeitige Restschuldbefreiung nach 5 Jahren auch bei Vorliegen der Voraussetzungen nicht automatisch erfolgt. Sie müssen vielmehr rechtzeitig vor Ablauf der 5 Jahre einen ausdrücklichen diesbezüglichen Antrag beim Insolvenzgericht einreichen.
Reicht Ihr pfändbares Einkommen und die sonstige Verwertung Ihres pfändbaren Vermögens (z. B. Lebensversicherung, Einkommensteuererstattung) nicht aus, um die Deckung der Verfahrenskosten zu erreichen, können Sonderzahlungen in die Insolvenzmasse erfolgen, entweder durch Sie selbst oder von dritter Seite.
Werden die Verfahrenskosten nicht innerhalb der 5 Jahre beglichen oder versäumen Sie es, einen entsprechenden Antrag auf vorzeitige Erteilung der Restschuldbefreiung rechtzeitig zu stellen, wird über die Erteilung der Restschuldbefreiung nach 6 Jahren entschieden.